Philipp Schumacher, Obmann der Lälli Zunft Sarnen, begrüsste am Montagabend in der Halle von Holzbau Bucher Kerns befreundete Zünfte aus Ob- und Nidwalden, das Wagenbauteam und viele Gäste zur Enthüllung des Fasnachtswagens. Grosser Jubel und Applaus hallten durch die Montagehalle. Wagenchef Martin Portmann und sein 22-köpfiges Team präsentierten ein Meisterwerk.
Der Umzugswagen mit dem Motto, «Diä 4 Jaareszyytä», passt perfekt zu Zunftmeister Markus Michel-Dillier (Markus I.) und wird an drei Umzügen in Sarnen und Giswil sämtliche Fasnächtler in seinen Bann ziehen.
16 Abende und 500 Arbeitsstunden
Ab Mitte Oktober arbeiteten die 22 Wagenbauer unter perfekten Bedingungen bei Holzbau Bucher pro Abend zwei Stunden an Biene Maja. Danach wurde jeweils beim anschliessenden Nachtessen auch die Kameradschaft gepflegt. «Wir konnten den Wagen während der Bauzeit immer stehen lassen, er stand im Trockenen bei angenehmen Temperaturen und wir durften sämtliche Maschinen und Werkzeuge benützen. Selbst ein ‹Versicherungsheini› und ein Anwalt standen neben einigen Handwerkern im Einsatz», sagte Wagen- und Umzugschef Martin Portmann. Biene Maja wird am Schmutzigen Donnerstag beim Kinderumzug in Sarnen für grosse Kinderaugen sorgen, am Sonntag darauf in Giswil und am Güdisdienstag in Sarnen die Besucherinnen und Besucher des Umzugs begeistern.
Erstmals wird sich der Zunftmeister mit Gattin Tanja ganz oben auf dem Wagen auf dem Rücken von Biene Maja aufhalten. Üblicherweise positionierte er sich ganz vorn im Wagen. Somit ist der freischwebende Kopf der Biene gut sichtbar. «Die Rundungen des Kopfs waren sehr herausfordernd. Das Holzgerüst ist mit den Körperteilen verbunden. Es geht uns vor allem um die Kinder und Familien. Der Wagen muss leben», hielt Martin Portmann fest. Hinten auf dem Wagen sind mehrere blühende Bäume befestigt, die bestimmt einen ganzen Schwarm Bienen anziehen werden.
Markus I. kennt den Wagenbau aus früheren Jahren, war er doch selbst ein Teil des Teams. «Wow, einfach riesig», waren nach der Enthüllung die ersten Worte von Zunftmeister Markus I. «Ich bin leidenschaftlicher Imker und bilde selbst Imker aus. Ich wünsche uns fröhliche Fasnachtstage, die wir in dieser schwierigen Zeit sehr gut gebrauchen können. Tanja und ich sind ein echtes Fasnachtspaar, da wir in der Narrenzeit gemeinsam in einer Guggenmusik musizierten und uns kennenlernten», so Markus I. Die Natur und die Biodiversität seien ihm ein grosses Anliegen. Man müsse dazu Sorge tragen.
Auch in den Adern des neuen Obmanns der Lälli Zunft, Philipp Schumacher (genannt Schumi), fliesst Fasnachtsblut. «Das Amt bedeutet für mich pures Vertrauen und ist ein Ehrenamt. Meine Eltern waren Zunftmitglieder und ich gewann dank meiner Mutter als kleiner Junge die Maskenprämierung. Sie fertigte das Gwändli an und ich durfte am Umzug als «Täfelibueb» mitlaufen», erinnert sich Schumacher zurück. Auch er freut sich auf die fünfte Jahreszeit zusammen mit gut gelaunten Menschen.